Seite 230 -242
Übersicht Evelyn Anna Wallnöfer und Georg Juckel, Bochum

Antiinflammatorische Therapien bei psychiatrischen Erkrankungen

Schizophrene und depressive Störungen

Schon früh in der Geschichte der Psychiatrie wurde angenommen, dass psychische Symptome und immunologische Prozesse in einem kausalen Zusammenhang stehen könnten. Seit Anfang der 90er-Jahre nehmen die Erkenntnisse über immunologische Mechanismen bei psychiatrischen Erkrankungen stetig zu. Dieser Übersichtsartikel beleuchtet die inflammatorischen Prozesse bei der Schizophrenie und der depressiven Störung und die Anwendung antiinflammatorischer Substanzen in klinischen Studien. Randomisierte kontrollierte Studien und Metaanalysen zeigen für beide Krankheitsbilder, dass der Einsatz antiinflammatorischer Substanzen als Add-on-Therapie hinsichtlich Symptomreduktion von Vorteil sein kann, bei geringen unerwünschten Wirkungen. Positive Effekte wurden für Cyclooxygenase(COX)-1- und COX-2-Hemmer, Minocyclin, Omega-3-Fettsäuren, Statine, N-Acetylcystein, Hormonpräparate, Pioglitazon und monoklonale Antikörper gezeigt. Dies sind vielversprechende Ergebnisse, die als Basis für weiterführende kontrollierte Studien zur Schaffung einer besseren Evidenzlage dienen können.
Schlüsselwörter: Schizophrenie, Depression, Neuroinflammation, antiinflammatorische Substanzen, klinische Studien
Psychopharmakotherapie 2021;28:230–42.

English abstract

Anti-inflammatory drugs in psychiatric disorders: schizophrenia and depressive disorder

Early in the history of psychiatry it has been assumed that psychiatric symptoms and immunological processes could be related. Knowledge about immunological mechanisms in psychiatric diseases has been steadily increasing since the beginning of the 1990s. This review article examines the inflammatory pathophysiological processes in schizophrenia and depressive disorder and the use of anti-inflammatory drugs in clinical studies. Randomised controlled studies and meta-analyses show a positive effect of adjunct treatment with anti-inflammatory substances in terms of symptom reduction with few side effects. Positive effects have been shown for COX-1 and COX-2 inhibitors, minocycline, omega-3 fatty acids, statins, N-acetylcysteine, hormons, pioglitazone and monoclonal antibodies. These are promising results to be used as basis for further clinical research in order to achieve better evidence.

Key words: Schizophrenia, depressive disorder, neuroinflammation, anti-inflammatory drugs, clinical studies

Seite 243 -250
Übersicht Emilia Picker*, Patricia Wallstein*, Carsten Culmsee# und Susanne Michels#, Marburg

Auswirkungen von Psychopharmaka auf das Mikrobiom

Das Darm-Mikrobiom und sein Einfluss auf unsere Gesundheit stehen zunehmend im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen in einem schnell wachsenden Forschungsgebiet. Zahlreiche Studien belegen eindeutig den Zusammenhang von Veränderungen des Mikrobioms mit einer Vielzahl der sogenannten „Zivilisationskrankheiten“ unserer modernen Gesellschaft, darunter Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen, und kardiovaskuläre Erkrankungen, aber auch Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) wie Depressionen oder neurodegenerative Erkrankungen. Aus den Forschungsergebnissen ist abzuleiten, dass das Darm-Mikrobiom in einer engen Wechselbeziehung mit dem Immunsystem, dem Hormonhaushalt und auch dem ZNS steht und hier Funktion und Neurotransmittergleichgewicht erheblich beeinflussen kann. Umgekehrt gibt es vermehrt Hinweise darauf, dass nichtantibiotische Wirkstoffe und hier insbesondere Wirkstoffe aus der Gruppe der Antipsychotika und Antidepressiva das Darm-Mikrobiom direkt beeinflussen. Aus den aktuellen Forschungsarbeiten zu den Mechanismen der pharmakologischen Effekte auf das Mikrobiom und neuen Erkenntnissen zu den Effekten der Darm-Hirn-Achse auf neuroimmunologische, neuropsychiatrische und neurodegenerative Erkrankungen sind künftig wichtige Impulse für effektivere Therapieansätze zu erwarten.
Schlüsselwörter: Darm-Mikrobiom, Darm-Hirn-Achse, Antipsychotika, Antidepressiva
Psychopharmakotherapie 2021;28:243–50.

English abstract

Effects of antipsychotic and antidepressant drugs on the gut microbiome

The gut microbiome and its central importance for health and disease are a fast emerging and exciting field of research. Many studies already proved a close inter-relation between alterations of the gut microbiome and a plethora of important diseases of our modern societies worldwide, such as metabolic and cardiovascular diseases, but also neuropsychiatric and neurological diseases such as depression, schizophrenia and age-related neurodegenerative diseases, respectively. The current literature in this research field clearly shows a close interaction between the microbiome and the immune system, the hormonal homeostasis and also the central nervous system, where neurotransmitter balance and function are significantly affected by alterations in the gut microbiome. In addition, there is increasing evidence for direct effects of non-antibiotic drugs on the gut microbiome, and in particular of drugs applied in the treatment of major depression and schizophrenia. A huge impact is expected from the results of current studies on particular mechanisms of pharmacological effects on the microbiome and corresponding effects on the gut-brain axis with respective consequences for our understanding of the neurobiology, new biomarkers and future treatment strategies of neuro-immunological, neuropsychiatric and neurodegenerative diseases.

Key words: gut microbiome, gut-brain axis, antipsychotics, antidepressants

Seite 251 -259
Übersicht Christina Lang und Albert C. Ludolph, Ulm

Stellenwert von Pitolisant in der Behandlung der Narkolepsie

Neuer Therapieansatz durch Antagonismus/inversen Agonismus am Histamin-H3-Rezeptor

Narkolepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung mit dem Leitsymptom einer ausgeprägten Tagesschläfrigkeit. Die Auswirkungen auf die Lebensqualität und den Lebensalltag sind erheblich. Die Narkolepsie Typ 1 ist gekennzeichnet durch das zusätzliche Vorliegen von Kataplexien und weiteren Schlaf-Wach-Symptomen wie hypnagogen Halluzinationen, Schlaflähmungen und gestörtem Schlaf. Der Höhepunkt des Auftretens erster Symptome liegt meistens im jungen Erwachsenenalter; eine lebenslange symptomatische Behandlung ist fast immer notwendig. Die Substanz Pitolisant, ein Antagonist und inverser Agonist am Histamin-H3-Rezeptor, ist seit 2016 in der EU zur Therapie der Narkolepsie mit und ohne Kataplexie zugelassen. Histamin ist ein wachheitsfördernder Neurotransmitter, der an der Stabilisierung der Schlaf-Wach-Übergänge beteiligt ist. Pitolisant stellt aufgrund seines neuen Wirkungsmechanismus, der zu einer Verringerung von Tagesschläfrigkeit und Kataplexien führt, sowie aufgrund seines Sicherheitsprofils eine wichtige therapeutische Option für Patienten mit Narkolepsie dar.
Schlüsselwörter: Narkolepsie, Pitolisant, Therapie, Histamin-H3-Rezeptor, Tagesschläfrigkeit, Kataplexien
Psychopharmakotherapie 2021;28:251–9.

English abstract

The role of pitolisant in the treatment of narcolepsy

Narcolepsy is a chronic neurological disorder with the key symptom of excessive daytime sleepiness. The impact on quality of life and daily living is severe. Narcolepsy type 1 is characterized by the additional presence of cataplexies and other sleep-wake symptoms such as hypnagogic hallucinations, sleep paralysis, and disturbed sleep. The peak of onset of initial symptoms is usually in young adulthood; lifelong symptomatic treatment is almost always necessary. The substance pitolisant, an inverse agonist and antagonist at the histamine H3 receptor, has been approved in Germany in 2016 for the treatment of narcolepsy with and without cataplexy. Histamine is a wakefulness-promoting neurotransmitter involved in stabilizing sleep-wake transitions. Pitolisant represents an important therapeutic option for patients with narcolepsy due to its new mechanism of action with reduction of daytime sleepiness and cataplexies as well as its safety profile.

Key words: narcolepsy, pitolisant, therapy, histamine H3 receptor, daytime sleepiness, cataplexy

Seite 260 -268
Übersicht Wilfried Kuhn, Schweinfurt, Thomas Müller, Berlin, Andrzej Dekundy, Wojciech Danysz, Frankfurt/M., und Peter Riederer, Würzburg

Amantadin – klassische Indikationen und das antivirale Potenzial in Zeiten von COVID-19

Amantadin wurde aufgrund seiner antiviralen Eigenschaften bereits in den frühen 60er-Jahren zur Vorbeugung und Behandlung der Influenza A auf den Markt gebracht. Die Antiparkinson-Wirkung wurde erstmals 1969 beschrieben und in den folgenden Jahren durch mehrere Studien bestätigt. Neben den Kardinalsymptomen Rigor, Tremor und Bradykinese kann Amantadin auch Levodopa-induzierte Dyskinesien sowie akinetische Krisen mindern. Eine präklinisch nachgewiesene neuroprotektive Wirkung konnte klinisch bisher noch nicht bestätigt werden. Darüber hinaus verbessert Amantadin auch Störungen der Vigilanz und Erkrankungen wie chronische Erschöpfung, tardive Dyskinesien, postherpetischen Schmerz und durch Neuroleptika induzierte extrapyramidale Störungen.
Die Wirkung von Amantadin wird primär auf eine indirekte dopaminerge Stimulation zurückgeführt. Auf biochemischer Ebene beeinflusst Amantadin vorzugsweise (1) die Aromatische-Aminosäure-Decarboxylase, (2) Sigma-1-Rezeptoren, (3) nikotinerge Rezeptoren, (4) die Phosphodiesterase PDE 1 und (5) den GDNF (Glial-cell-derived neurotrophic factor). Dosisabhängig sind auch andere Targets wahrscheinlich, wie NMDA-Antagonismus, serotoninerger 5-HT3-Antagonismus, Kaliumkanal-Blockade. Seit Beginn der COVID-19-Pandemie ist das antivirale Potenzial von Amantadin wieder vermehrt in den Fokus geraten. Diverse In-vitro-Studien belegen eine Hemmung des SARS-CoV-2-Virus und könnten in den nächsten Jahren eine klinische Renaissance dieser Substanz einleiten.
Schlüsselwörter: Morbus Parkinson, antidyskinetische Wirkung, antivirale Wirkung, Sigma-1, GDNF, Aromatische-Aminosäure-Decarboxylase, NMDA-Rezeptoren, Neuroprotektion, tardive Dyskinesien, Vigilanzstörungen, SARS-CoV-2-Inhibition
Psychopharmakotherapie 2021;28:260–8.

English abstract

Amantadine – classic applications and antiviral potential in times of COVID-19

Antiparkinsonian activity of amantadine was first described in 1969 and was confirmed by several trials in later years. The improvement of parkinsonian symptoms is mild. However, in patients with motor fluctuations a clear reduction of dyskinesia and akinetic crisis could be observed. A possible neuroprotective impact is still under discussion, but lacking evidence. Moreover, amantadine is efficient in the treatment of disorders of vigilance, chronic fatigue (e. g. multiple sclerosis), tardive dykinesia and neurolepticas induced extrapyramidal motor symptoms. The clinical efficacy is caused by manifold mechanism of action. Initially, enhancement of dopaminergic transmission has been observed after amantadine and considered main mechanism of action. Currently, several direct targets are likely such as: (1) aromatic aminoacid decarboxylase, (2) Sigma-1 receptors, (3) nicotinergic receptors, (4) phosphodiesterase, (5) GDNF (glial-cell-derived neurotrophic factor). Dose dependently, there are also other probable targets like NMDA antagonism, serotoninergic-5-HT3 antagonism and potassium channel blockade. Preclinical data suggest an association of both neuroprotective potential and antidyskinetic properties with the antiglutamatergic activity of amantadine. Since the COVID-19 pandemic, the antiviral efficacy of amantadine generated increasing interest. Several in vitro studies detected inhibition of SARS-CoV-2 virus. These results could support clinical renaissance of this drug in the coming years.

Key words: Parkinson’s disease, antidyskinetic efficacy, neuroprotection, antiviral activity, Sigma-1, GDNF, aromatic amino acid decarboxylase (AADC), NMDA, disorders of vigilance, tardive dyskinesia, neuroleptics induced extrapyramidal motor disturbances, postherpetic pain, inhibition of SARS-CoV-2 virus

Seite 269 -270
Nachruf Prof. Dr. Hans-Jürgen Möller

Nachruf auf Prof. Dr. med. Hanns Hippius (1925–2021)

Seite 271 -273
Arzneimittelsicherheit/AMSP Valentin Popper, Wien, Sermin Toto, Hannover, Renate Grohmann, München, Dominik Dabbert, Bremen, Ulrich Rabl und Richard Frey, Wien

Haltetremor unter Fluoxetin

Ein Fallbericht

Das Symptom des Tremors ist eine häufige unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW) von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern. Diese UAW ist deswegen so relevant, da sie für die Betroffenen mit einem großen Leidensdruck einhergeht. In dem vorliegenden Fall wird die Genese eines beidseitigen Tremors unter Fluoxetin bei einer Patientin mit gemischter Angst- und depressiver Störung vorgestellt.
Schlüsselwörter: Tremor, Fluoxetin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Psychopharmaka, Arzneimittelsicherheit
Psychopharmakotherapie 2021;28:271–3.

English abstract

Position tremor under fluoxetine, a case report

The symptom tremor is a frequent side effect of selective serotonin reuptake-inhibitors. This undesirable effect has clinical relevance, due to a severe psychological strain in sufferers. In the present case the genesis of a tremor during treatment with fluoxetine, in a patient with mixed fear- and depression is presented.

Key words: tremor, selective serotonin reuptake-inhibitors, SSRIs, psychotropic drugs, drug safety, fluoxetine

Seite 274 -285
Referiert & kommentiert Julia Pieper, Bonn

Depression bei bipolarer Erkrankung

Indikationserweiterung für Lumateperon?

Im vergangenen Jahr wurde Lumateperon von der FDA für die Behandlung der Schizophrenie zugelassen. Nun soll das neuartige Antipsychotikum für eine weitere Indikation eingesetzt werden: depressive Episoden im Rahmen einer bipolaren Erkrankung. Eine erste klinische, doppelblinde Phase-III-Studie zeigt vielversprechende Ergebnisse.

Seite 274 -285
Referiert & kommentiert Sonja Zikeli, Stuttgart

Schizophrenie und Brustkrebs

Brustkrebsrisiko unter Prolactin-erhöhenden Antipsychotika

Das Mamma-Karzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Im Falle einer vorliegenden Schizophrenie erhöht sich das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung zusätzlich. In einer finnischen Fall-Kontroll-Studie wurde untersucht, ob die Behandlung mit Antipsychotika in Abhängigkeit von ihrem jeweiligen Potenzial, die Prolactinkonzentration zu erhöhen, das Brustkrebsrisiko zusätzlich erhöht.

Seite 274 -285
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Senioren mit neurokognitiven Störungen

Sturz- und Frakturrisiko unter Einnahme von Antipsychotika und Cholinesterasehemmern

Mit einem Kommentar des Autors
In einer Fallserie in Taiwan war die Inzidenz von Stürzen und Frakturen bei Patienten, die mit Antipsychotika und Cholinesterasehemmern behandelt wurden, hoch. Die Studie zeigt, dass auch andere Faktoren als die Studienmedikamente, zum Beispiel die Grunderkrankung, bei der Bewertung des Zusammenhangs zwischen dem Risiko von Stürzen und Frakturen und der Einnahme von Cholinesterasehemmern und Antipsychotika berücksichtigt werden müssen.

Seite 274 -285
Referiert & kommentiert Abdol A. Ameri, Weidenstetten

Morbus Parkinson

Add-on-Therapie mit Safinamid reduziert auch nichtmotorische Symptome

Mehrere Post-hoc-Analysen klinischer Studien weisen darauf hin, dass Safinamid als Zusatztherapie zu Levodopa bei Patienten im mittleren und fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Krankheit neben den motorischen Symptomen auch nichtmotorische Symptome wie Schmerz und Depressivität verbessern kann. Diese ersten Hinweise werden jetzt durch aktuelle Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie bestätigt. Darüber hinaus wird die Effektivität und Verträglichkeit der dual wirksamen Substanz durch die Real-World-Studie SYNAPSES bei einer breiten, heterogenen Patientenkohorte weiter untermauert. Die Daten wurden bei einer von Zambon ausgerichteten Pressekonferenz diskutiert.

Seite 274 -285
Referiert & kommentiert Christine Vetter, Köln

Obstruktive Schlaf-Apnoe

Histamin-H3-Rezeptor-Antagonist bessert die exzessive Tagesmüdigkeit

Ziel bei der Behandlung der obstruktiven Schlaf-Apnoe (OAS) ist nicht nur das Beheben der Apnoe-Phasen im Schlaf. Es geht auch darum, die durch die OAS bedingte exzessive Tagesmüdigkeit vieler Patienten zu mindern. Eine neue Option, dieses Therapieziel zu erreichen, bietet der Wirkstoff Pitolisant als erster für diese Indikation zugelassener Histamin-H3-Rezeptor-Antagonist. Die Anwendung wurde bei einer Pressekonferenz der Firma Bioprojet vorgestellt.

Seite 274 -285
Referiert & kommentiert Christine Vetter, Köln

Notfallpsychiatrie

Erhebliche Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie

Die SARS-CoV-2-Pandemie hatte erhebliche Auswirkungen auf die Versorgung von Patienten in der Notfallpsychiatrie. Das dokumentiert eine aktuelle Marktforschungsstudie. Betroffen waren in erster Linie die Arzt-Patienten-Kontakte sowie allgemeine therapeutische Angebote wie beispielsweise die Gruppentherapie. Einen unverändert hohen Stellenwert hatte dagegen die medikamentöse Therapie einschließlich innovativer Therapieoptionen wie den schnell wirkenden Antidepressiva (RAAD, Rapid Acting Antidepressants), wie in einer Pressekonferenz der Firma Janssen Deutschland dargelegt wurde.

Seite 274 -285
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Migräne

Orales Atogepant zur Prophylaxe der Migräne

Mit einem Kommentar des Autors
Einmal täglich oral eingenommenes Atogepant war bei episodischer Migräne bezüglich der Reduktion der Anzahl der Migräne- und Kopfschmerztage über einen Zeitraum von zwölf Wochen wirksamer als Placebo. Zu den unerwünschten Ereignissen gehörten Verstopfung und Übelkeit. Allerdings sind längere und größere Studien erforderlich, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Atogepant bei der Migräneprophylaxe zu ermitteln.

Seite 274 -285
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Episodische Migräne

Systematischer Review und Metaanalyse zur Behandlung akuter Migräneattacken

Mit einem Kommentar des Autors
Eine Metaanalyse mit 15 systematischen Reviews und 115 randomisierten Studien zeigte, dass die meisten Medikamente zur Behandlung akuter Migräneattacken besser wirksam sind als Placebo, wobei es erhebliche Unterschiede in der Wirksamkeit und Qualität der Evidenz gibt. Am besten wirksam sind die Triptane.

Seite 274 -285
Referiert & kommentiert Abdol A. Ameri, Weidenstetten

Migräneprophylaxe

Lebensqualität und Produktivität rücken in den Vordergrund

Eine medikamentöse Migräneprophylaxe zielt darauf ab, die Häufigkeit und Intensität der Migräneattacken zu verringern, die Krankheitsprogression zu vermeiden und die Lebensqualität und Funktionsfähigkeit wiederherzustellen. Mit dem monoklonalen Anti-CGRP(Calcitonin gene-related peptide)-Antikörper Fremanezumab steht eine wirksame prophylaktische Therapieoption für Menschen mit episodischer Migräne (EM) und chronischer Migräne (CM) zur Verfügung, die neben der Kopfschmerzfrequenz auch patientenrelevante Aspekte der Migräne wie Lebensqualität und Produktivität verbessern kann. Dies wurde bei einem Symposium der Firma Teva im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses diskutiert.