Auswirkungen von Psychopharmaka auf das Mikrobiom


Emilia Picker*, Patricia Wallstein*, Carsten Culmsee# und Susanne Michels#, Marburg

Das Darm-Mikrobiom und sein Einfluss auf unsere Gesundheit stehen zunehmend im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen in einem schnell wachsenden Forschungsgebiet. Zahlreiche Studien belegen eindeutig den Zusammenhang von Veränderungen des Mikrobioms mit einer Vielzahl der sogenannten „Zivilisationskrankheiten“ unserer modernen Gesellschaft, darunter Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen, und kardiovaskuläre Erkrankungen, aber auch Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) wie Depressionen oder neurodegenerative Erkrankungen. Aus den Forschungsergebnissen ist abzuleiten, dass das Darm-Mikrobiom in einer engen Wechselbeziehung mit dem Immunsystem, dem Hormonhaushalt und auch dem ZNS steht und hier Funktion und Neurotransmittergleichgewicht erheblich beeinflussen kann. Umgekehrt gibt es vermehrt Hinweise darauf, dass nichtantibiotische Wirkstoffe und hier insbesondere Wirkstoffe aus der Gruppe der Antipsychotika und Antidepressiva das Darm-Mikrobiom direkt beeinflussen. Aus den aktuellen Forschungsarbeiten zu den Mechanismen der pharmakologischen Effekte auf das Mikrobiom und neuen Erkenntnissen zu den Effekten der Darm-Hirn-Achse auf neuroimmunologische, neuropsychiatrische und neurodegenerative Erkrankungen sind künftig wichtige Impulse für effektivere Therapieansätze zu erwarten.
Schlüsselwörter: Darm-Mikrobiom, Darm-Hirn-Achse, Antipsychotika, Antidepressiva
Psychopharmakotherapie 2021;28:243–50.

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