Therapeutisches Drug-Monitoring von Depot-Antipsychotika


Michael Paulzen*, Claus Liebe*, Aachen, Christoph Hiemke, Mainz, und Georgios Schoretsanitis, Zürich/New York

Die Verordnungszahlen von Depot-Antipsychotika (long-acting injectable antipsychotics, LAI) sind in den letzten Jahren beständig gestiegen. Anders als bei den meisten oralen Antipsychotika, deren Anwendung oft hinsichtlich erwünschter Therapieeffektivität und Arzneimitteltherapiesicherheit durch den Einsatz von therapeutischem Drug-Monitoring (TDM) optimiert wird, ist die Bedeutung von TDM bei Depot-Antipsychotika nach wie vor unklar. Diskutiert wird eine wirkstoffspiegelgesteuerte Therapieoptimierung vor allem in der Um- und Einststellungsphase, aber auch während der Erhaltungstherapie mit einem Depot-Antipsychotikum. In einer Übersichtsdarstellung beleuchteten Schoretsanitis und Mitarbeiter mannigfaltige Aspekte von TDM bei Depot-Antipsychotika und lieferten dadurch einen praxisorientierten Leitfaden für die Anwendung von TDM als wichtigem Baustein in der Arzneimitteltherapiesicherheit bei einer Behandlung mit Depot-Antipsychotika.
Mit einem besonderen Fokus auf die Anwendung von TDM zur Therapiesteuerung und Therapiesicherheit widmet sich der vorliegende Beitrag den wesentlichen im klinischen Alltag eingesetzten Depot-Antipsychotika und verschafft einen praxisrelevanten Überblick. Dabei zeigt sich vor allem eins: Im Vergleich zu den mittlerweile gut etablierten therapeutischen Referenzbereichen oral verabreichter Antipsychotika scheinen die erwünschten klinischen Wirkungen von Depot-Antipsychotika bereits in niedrigeren Wirkstoffkonzentrationsbereichen erzielt zu werden. Dies lässt annehmen, dass grundsätzlich für Depot-Antipsychotika niedrigere therapeutische Referenzbereiche zu empfehlen sein könnten. Die bisherigen Erkenntnisse reichen aber meist noch nicht aus für eine abschließende Festlegung therapeutischer Referenzbereiche, die von denen für orale Applikationsformen abweichen. Dennoch kann TDM bei der Umstellung eines Antipsychotikums von der oralen auf die Depotformulierung helfen, weil es hierdurch besser gelingt, patientenindividuelle pharmakokinetische Eigenschaften und Einflussfaktoren bei der Einstellung und bei der Dauertherapie mit einem Depot-Antipsychotikum zu kontrollieren.
Schlüsselwörter: therapeutisches Drug-Monitoring (TDM), Antipsychotika, Depot-Antipsychotika, Arzneimitteltherapiesicherheit
Psychopharmakotherapie 2022;29:2–16.

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