Suche / Archiv


Erweiterte Suche

15. Jahrgang Heft 4 August 2008

Editorial
Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. G. Laux, Wasserburg-Gabersee/München


Übersicht
Heinz Reichmann, Dresden

In der Parkinson-Therapie setzt sich zunehmend das Konzept der kontinuierlichen Dopaminrezeptorstimulation durch. Eine neue Option, diesem Konzept Rechnung zu tragen, bietet Ropinirol mit verzögerter Wirkstofffreisetzung (ReQuip-MODUTAB Retardtabletten). ReQuip-MODUTAB® wird einmal täglich, normalerweise morgens, eingenommen und wirkt über 24 Stunden. Während der Nachtstunden sinkt der Spiegel im Blut leicht ab, ist aber bei ausreichender Dosierung auch am nächsten Tag so hoch, dass die Patienten keine morgendliche Akinese erleben und nicht nur während des Tages gut beweglich sind, sondern sich auch nachts im Schlaf gut drehen und wenden können. ReQuip-MODUTAB® ist sowohl für die Früh- als auch für die Spätphase der Parkinson-Erkrankung zugelassen. Die maximal applizierbare Dosis beträgt 24 mg/d. Durch die kontinuierliche Wirkstofffreisetzung wird erhofft, dass Nebenwirkungen wie beispielsweise Müdigkeit oder Übelkeit und Erbrechen sowie diffuser Schwindel seltener und weniger ausgeprägt als bei Patienten mit normaler ReQuip®-Formulierung auftreten. Diesbezügliche Studien müssen allerdings noch abgewartet werden. Umstellungen auf die neue Formulierung lassen sich von ReQuip® 1 : 1 über Nacht durchführen. Umstellungen von anderen Dopaminagonisten können meist ebenfalls während eines Tages bewerkstelligt werden, wobei der Autor bei hohen Dosierungen des ursprünglichen Dopaminagonisten eine langsame Umsetzung über etwa eine Woche bevorzugt. Mit ReQuip-MODUTAB® steht eine interessante Innovation zur Verfügung, die nicht in die Me-too-Diskussion geraten sollte.

Schlüsselwörter: M. Parkinson, Dopaminagonist, Ropinirol, Retard-Präparat

Ropinirole extended release

Ropinirole extended release (ER) offers a new option for continuous dopamine receptor stimulation. Being taken once daily, in the morning, it acts for more than 24 hours. Ropinirole ER (ReQuip MODUTAB®) has been approved for the early as well as the late phase of Parkinson‘s disease. Its maximum dose are 24 mg/d. Hopefully, adverse events like tiredness, nausea and vomiting, and dizziness are less pronounced due to the continuous drug release. The switch from other dopamine agonists can be performed 1 : 1 overnight.

Psychopharmakotherapie 2008;15:144–6.



Originalarbeiten
Michael Deuschle, Mannheim, Niels Bergemann, Heidelberg, Jutta Kammerer-Ciernioch, Wiesloch, Michael Franz, Gießen, Marion Lautenschlager, Berlin, Florian Lederbogen, Mannheim, Matthias Weisbrod, Heidelberg/Karlsbad, Mathias Brosz und Jan Reichmann, Magd
Grundlagen einer pharmakoepidemiologischen Studie zur Qualität der Versorgung von Patienten mit Schizophrenie

Das Wissen zur Behandlung schizophrener Psychosen beruht hauptsächlich auf den Ergebnissen von Industrie-initiierten Phase-III-Prüfungen. Diese methodisch wertvollen Studien sind allerdings nur bedingt übertragbar auf die Behandlungssituation im klinischen Alltag, da Ein- und Ausschlusskriterien meist recht eng gefasst sind. Selbst „practical clinical trials“, wie CATIE, die deutlich weitere Ein- und Ausschlusskriterien zugrunde legen, sind nur bedingt auf die Behandlungsrealität in Deutschland zu übertragen, da viele Patienten in Deutschland polypharmazeutisch behandelt werden. Die CATS-Studie zielt darauf ab eine große repräsentative Gruppe schizophrener Patienten hinsichtlich Psychopathologie, vollständiger Medikation, unerwünschten Arzneimittelwirkungen, kognitiver Funktionen, Lebensqualität, sexueller Funktionen sowie Parametern des metabolischen Syndroms und der QTc-Zeit zu charakterisieren. Die Studie wird an rund 100 Zentren der ambulanten und stationären psychiatrischen Versorgung durchgeführt werden. CATS wird nicht nur repräsentative Daten zur Versorgungsforschung ergeben, sondern zusätzlich erstmalig die Möglichkeit bieten, als Grundlage für Fall-Kontroll-Studien schizophrener Patienten in Deutschland insbesondere Hypothesen zu den Effekten antipsychotischer Polypharmazie zu generieren.

Schlüsselwörter: Studiendesign, Antipsychotika, Epidemiologie

Clinical analysis of the treatment of schizophrenia, CATS: rationale of a pharmacoepidemiological study on the quality of treatment of schizophrenia

Current knowledge on the treatment of schizophrenia is mainly based on the results of industry-initiated phase III trials. Transfer of these methodologically sound studies to everyday clinical practice and the „real life” treatment of schizophrenia is limited, however, since inclusion and exclusion criteria are generally very narrowly focussed. Even „practical clinical trials”, like CATIE, using broader inclusion and exclusion criteria, are hard to extrapolate to treatment settings in Germany, since a great number of German patients with schizophrenia are treated polypharmaceutically. The CATS study aims at characterizing a large and representative number of patients with schizophrenia with respect to psychopathology, complete medication, side effects, cognitive function, quality of life, sexual function as well as metabolic parameters and QTc-time. The study will be carried out in 100 centers providing in- and out-patient care. CATS will not only yield representative data for the care of schizophrenic patients, but additionally offer the opportunity to generate hypotheses about the effects of antipsychotic polypharmacy in case-control studies.

Keywords: Study design, antipsychotics, epidemiology

Psychopharmakotherapie 2008;15:147–52.



Jens Westheide, Bonn, Wolfgang Weig, Osnabrück, Jürgen Köhler, Wedel, und Kai-Uwe Kühn, Bonn
Eine Anwendungsbeobachtung bei ambulanten schizophrenen Patienten

Sexuelle Funktionsstörungen sind eine häufige unerwünschte Nebenwirkung von Neuroleptika. Die medikamentöse Compliance kann durch diese Nebenwirkungen deutlich reduziert werden, insbesondere wenn die Patienten die psychotrope Medikation für ihre sexuellen Dysfunktionen verantwortlich machen. Quetiapin war in mehren Studien mit geringeren sexuellen Funktionsstörungen assoziiert als andere atypische Neuroleptika. Bisher wurde noch nicht untersucht, ob Quetiapin bei männlichen und weiblichen schizophrenen Patienten gleichermaßen geringe sexuelle Funktionsstörungen auslöst. In einem Zeitraum von 12 Wochen wurden 17 Patienten und 23 Patientinnen in psychiatrischen Praxen in Rahmen einer Anwendungsbeobachtung (AWB) untersucht. Alle Patienten wurden mit Quetiapin behandelt. Neben demographischen Daten wurde der Schweregrad der Erkrankung mithilfe der Clinical Global Impression-Severity of Illness Scale (CGI) bestimmt. Sexuelle Dysfunktionen wurden anhand des „Essener Fragenbogens zur Sexualität“ von den Patienten beschrieben. Nach 12 Wochen zeigte sich neben einer Verbesserung der psychiatrischen Symptomatik eine deutliche Abnahme der sexuellen Dysfunktionen. Es konnten keine Geschlechtseffekte hinsichtlich sexueller Funktionsstörungen zu den drei Messzeitpunkten festgestellt werden. Im Einklang mit bisherigen Studien belegt die vorliegende AWB, dass Quetiapin nur äußerst geringe sexuelle Nebenwirkungen besitzt. Davon profitieren männliche und weibliche schizophrene Patienten gleichermaßen.

Schlüsselwörter: Sexuelle Funktionsstörungen, Neuroleptika, Quetiapin, Geschlecht

Sexual functioning in the treatment with quetiapine

Sexual dysfunction is a frequent side-effect of antipsychotic medication. Many patients become non-compliant, once ascribing their sexual impairment to their psychotropic medication. Quetiapine has been associated with only minor sexual side-effects compared with other atypical neuroleptics. It has not been examined yet whether quetiapine is equally advantageous for male and female schizophrenic patients with regard to sexual impairment.

In a non-randomized open label observational study 17 male and 23 female schizophrenic patients treated with quetiapine were examined for 12 weeks. Apart from demographic data severity of illness was assessed by means of the Clinical Global Impression-Severity of Illness Scale (CGI). The patients completed a self-rating questionnaire focussing on sexual dysfunction (“Essener Fragebogen zur Sexualität”).

Severity of illness significantly improved after 12 weeks treatment of quetiapine. Furthermore, sexual dysfunction decreased in males and females. There was no effect of gender.

In accordance with other authors the present study demonstrates that quetiapine is associated with minor sexual impairment only. Male and female patients equally benefit from this advantageous side-effect profile.

Keywords: Sexual dysfunction, neuroleptics, quetiapine, gender

Psychopharmakotherapie 2008;15:153–6.



Diskussionsforum
Hans-Peter Volz, Werneck
Pro


Bruno Müller-Oerlinghausen, Berlin
Contra


AG Arzneimitteltherapie in der Psychiatrie der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)
Antidepressiva in der Diskussion


Stellungnahme der TDM-Gruppe der AGNP
Zur Bedeutung von Plasmakonzentrations-Wirksamkeits-Studien


Hans-Jürgen Möller, München

Die Metaanalyse von Kirsch hat (leider!) viel zu viel Aufmerksamkeit in der Fachpresse und insbesondere in der Laienpresse bekommen und bedarf deshalb intensiver kritischer Kommentierung, um Fachwelt, Gesundheitsbehörden sowie Patienten und Angehörige nicht weiter zu verunsichern. Der speziellen Kommentierung dieser Metaanalyse sei ein kurzer allgemeiner kritischer Kommentar zur Aussagekraft von Metaanalysen vorangestellt. Die Ergebnisse von Metaanalysen sollten nicht zu naiv als die „Wahrheit“ im Sinne der Evidenz-basierten Psychopharmakotherapie interpretiert werden, sondern in ihrer Aussagekraft aus grundsätzlichen methodischen Gründen relativiert werden [6]. Insbesondere daraus abgeleitete Effektgrößen sind vorsichtig zu interpretieren.

Schlüsselwörter: Antidepressiva, Wirksamkeit, Metaanalysen

Critical comment on the results of the metaanalysis of Kirsch et al. 2008 regarding the efficacy of SSRIs

The metaanalysis of Kirsch has (unfortunately!) attracted too much attention in the specialized press and especially in the lay press. Therefore, intensive critical commenting is necessary to not further alarm experts and health authorities as well as patients and family members.

The specified commenting on these metaanalyses shall be prefaced with a short and critical commentary regarding the general significance of metaanalyses. The results of metaanalyses should not too naively be interpreted as the ‘truth’ as regards to the evidence based psychopharmacotherapy, but should be qualified in their significance due to principal methodological reasons [6]. In particular, effect sizes derived from these analyses should be interpreted carefully.

Key words: Antidepressants, effectiveness, meta-analyses

Psychopharmakotherapie 2008;15:164–8.



Leitlinie kompakt


Arzneimittelsicherheit/AMSP
Thomas Schuhmann, St. Urban (Schweiz)
Kein Novum, aber diskussionswürdig

Risperidon wird erfolgreich bei psychotischen Symptomen eingesetzt, auch bei betagten Patienten, sei es bei funktionellen oder organischen Störungen. Der Autor berichtet über einen (im AMSP-Projekt gemeldeten) Fall einer 80-jährigen Patientin, bei der ein schweres, jedoch reversibles Parkinsonoid unter Risperidon-Behandlung auftrat. Die beschriebene unerwünschte Wirkung ist hinreichend bekannt, jedoch gibt sie im vorliegenden Fall Anlass zu zahlreichen, auch differenzialdiagnostischen, Überlegungen.

Schlüsselwörter: Risperidon, Mirtazapin, Parkinsonoid, Pharmakodynamik, Fallbericht

Severe parkinsonism through risperidone: no novelty, but worth discussing

Risperidone is successfully established in treating patients with symptomatic/organic and non-symptomatic psychotic symptoms, even in elderly patients. The author presents the case – announced in the AMSP drug safety program – of an 80 year old woman, who developed a severe but reversible parkinsonism during risperidone treatment. The adverse effect described in this article is well-known but otherwise to be discussed concerning pharmacodynamics and differential diagnosis.

Key words: Risperidone, mirtazapine, parkinsonism, pharmacodynamics, case report

Psychopharmakotherapie 2008;15:172–4.



Referiert & kommentiert
Priv.-Doz. Dr. Dieter Angersbach, Wolfratshausen
Fluoxetin verhindert depressive Episoden

In Deutschland ist Fluoxetin als einziges Antidepressivum zur Behandlung der Depression bei Kindern (ab 8 Jahren) und Jugendlichen zugelassen. Voraussetzung für die Anwendung ist, dass eine vorausgegangene Psychotherapie mit 4 bis 6 Sitzungen nicht erfolgreich war. In der vorliegenden Untersuchung wurden depressive Kinder und Jugendliche, die auf eine Fluoxetin-Behandlung angesprochen hatten, randomisiert einer 6-monatigen doppelblinden Behandlung mit Fluoxetin oder Plazebo zugeteilt. Der Rückfall in eine depressive Episode konnte mit Fluoxetin signifikant verzögert/verhindert werden.



Priv.-Doz. Dr. Dieter Angersbach, Wolfratshausen
Antidepressiva erhöhen nicht die Suizidalität bei adulten Patienten

Die Food and Drug Administration (FDA) der USA warnt wegen eines erhöhten Suizidrisikos vor der Anwendung von Antidepressiva, insbesondere von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), bei Kindern, Jugendlichen und auch bei jungen Erwachsenen. Eine Untersuchung der Krankengeschichte von 226 866 ausgedienten amerikanischen Soldaten, die eine Depression hatten, zeigte nun, dass bei erwachsenen Patienten die Suizidgefahr unter Antidepressiva, einschließlich SSRI, nicht anstieg, sondern in allen Altersgruppen, auch bei 18- bis 25-jährigen Patienten, abnahm [1].



Dr. Katharina Arnheim, Berlin
Rückfälle verhindern – Lebensqualität erhalten

Zur Prognoseverbesserung von Patienten mit Major Depression wird heute im Anschluss an die Akuttherapie eine längerfristige Erhaltungstherapie zur Rückfallprophylaxe empfohlen. Für den Nutzen dieser Maßnahme spricht die PREVENT-Studie: Durch die zweijährige Therapie mit Venlafaxin wurde eine signifikant stärkere Reduktion der Rezidivrate als mit Plazebo erreicht. Gleichzeitig blieben Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit besser erhalten.



Priv.-Doz. Dr. Dieter Angersbach, Wolfratshausen
Residualsymptome erhöhen das Rückfallrisiko

Viele ältere Patienten, die sich von einer depressiven Episode wieder erholt haben, leiden weiterhin an Residualsymptomen. Eine Studie an über 70-jährigen Patienten zeigt, dass Residualsymptome die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls erhöhen. Die größte Gefahr geht von Angstsymptomen und Schlafstörungen aus.



Prof. Dr. H. C. Diener, Essen
Ermittlung des Plazebo-Effekts

Die Plazebo-Rate in randomisierten Studien zur Migräneprophylaxe liegt für Responder – das sind Patienten, die eine Reduktion der Migränefrequenz von mehr als 50 % aufweisen – bei 21 %. Die Plazebo-Rate ist bei Studien, die in Europa durchgeführt werden, größer als bei Studien, die in den USA durchgeführt werden.



Reimund Freye, Baden-Baden
Absteigende Schmerzhemmung stark machen

Von den mittlerweile 6 Millionen Diabetikern hierzulande entwickeln nach heutigem Forschungsstand rund 30 % eine diabetische Polyneuropathie (DPNP), die bei bis zu einer halben Million Menschen mit Schmerzen einhergeht. Um einer Chronifizierung der Schmerzerkrankung vorzubeugen, sollte möglichst frühzeitig interveniert werden.



Dr. Alexander Kretzschmar, München
Klarer Kopf, aber schwacher Körper?

Die Schizophrenie-Therapie muss neben dem Kopf auch den Körper vermehrt als „therapeutisches Zielorgan“ berücksichtigen. Denn die Erkrankung führt nicht nur zu einer Störung der Informationsverarbeitung. Offenbar trägt das Gehirn auch direkt zum Auftreten metabolischer Störungen bei. Die Auswahl des geeigneten Antipsychotikums sollte daher im Hinblick auf eine balancierte Wirksamkeit und Verträglichkeit erfolgen.



Stefan Oetzel, Tübingen
Verbesserte Rezidivprophylaxe mit Risperidon-Depottherapie

Durch eine Depottherapie mit langwirksamem Risperidon (Risperdal® Consta®) lässt sich das Risiko, ein Rezidiv zu erleiden, sehr viel stärker reduzieren als durch eine Behandlung mit dem oralen Atypikum Quetiapin. Zu diesem Ergebnis kommt die Langzeitstudie CONSTATRE, die jetzt in Deutschland erstmals auf einer Pressekonferenz in Kiel vorgestellt wurde.



Priv.-Doz. Dr. Dieter Angersbach, Wolfratshausen
Aripiprazol zur Augmentation einer Behandlung mit Clozapin

Die zusätzliche Gabe von Aripiprazol bei Clozapin-behandelten Patienten mit einer therapieresistenten Schizophrenie führt nicht zu einer Verbesserung der Symptome insgesamt, sie beeinflusst jedoch die Negativsymptome günstig. Dies war das Ergebnis einer 8-wöchigen Plazebo-kontrollierten Doppelblindstudie. In der Verträglichkeit gab es keine Unterschiede zwischen der Aripiprazol- und der Plazebo-Gruppe.



Prof. Dr. Gerd Laux, Wasserburg a. Inn
Jahrestreffen der Society of Biological Psychiatry (SOBP)

Das 63. Jahrestreffen der SOBP fand traditionsgemäß über drei Tage unmittelbar vor dem Annual Meeting der American Psychiatric Association (APA) vom 30. April bis 3. Mai 2008 in Washington, DC, statt. Bei diesem Meeting tritt die pharmazeutische Industrie in keiner Form in Erscheinung.



Abdol A. Ameri, Weidenstetten
Den Besonderheiten des Kindesalters effektiv begegnen

Bei der Behandlung von Epilepsien im Kindes- und Jugendalter müssen bei der Auswahl eines geeigneten Antiepileptikums einige alterspezifische Aspekte berücksichtigt werden. Während bei sehr jungen Kindern eine potenzielle Beeinträchtigung der ZNS-Entwicklung eine besondere Aufmerksamkeit bedarf, muss bei älteren Kindern und Jugendlichen auch schon an mögliche Arzneimittelinteraktionen gedacht werden.



Reimund Freye, Baden-Baden
Ein Medikament auch für schwere Fälle

Topiramat befindet sich seit nunmehr zehn Jahren auf dem deutschen Markt. Weltweit wurden mit ihm mehr als sechs Millionen Patienten behandelt. Zeit für eine Zwischenbilanz, die bei einem Symposium der Firma Janssen-Cilag gezogen wurde.



Dr. Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
Oxcarbazepin durch Retardierung besser verträglich?

Oxcarbazepin steht seit einigen Monaten auch als Retardformulierung zur Verfügung (Apydan® extent). Die damit erzielten gleichmäßigeren Plasmaspiegel gehen mit einer besseren Verträglichkeit einher. Das zeigen zumindest klinische Erfahrungen, die bei einem Pressegespräch geschildert wurden.



Prof. Dr. H. C. Diener, Essen
Pergolid und Herzklappenschädigungen

Eine Fall-Kontroll-Studie und eine größere Metaanalyse zeigen, dass es einen dosisabhängigen Zusammenhang zwischen der Behandlung mit dem Dopaminagonisten Pergolid und Herzklappenschäden bei Parkinson-Krankheit gibt.